Woraus besteht die Welt? Diese Frage ist alles andere als banal. Und sie hat eine lange Geschichte in der Menschheit. Versetzen wir uns ein paar tausend Jahre zurück in die Geschichte: In den damaligen Hochkulturen setzten sich die Menschen intensiv mit ihrer Umwelt auseinander. So war es beispielsweise für die Landwirtschaft wichtig zu wissen, wann und wie man die Äcker bestellt. Die Menschen lebten in einer sehr engen Beziehung zur Natur und man versuchte, die Natur immer mehr zu verstehen. Dabei ging es natürlich auch um die Stoffe, die in der Natur vorkommen - die Erde der Äcker, die Nahrungsmittel oder Werkzeuge.

Die Philosophen des antiken Griechenland (Leukipp und Demokrit vor ca. 2500 Jahren) entwickelten die Idee, dass alle Dinge, die stofflich existieren, aus nicht weiter teilbaren Grundbausteinen aufgebaut seien. Leukipp und Demokrit sind so zu den Hauptvertretern der griechischen Atomistik geworden. Noch heute verwenden wir den Begriff des Atoms, dessen Ursprung also bis ins alte Griechenland reicht. Dabei bedeutet das griechische Wort "atomos" so viel wie "das Untrennbare".

Das philosophische Weltbild von Demokrit machte die Annahme, dass sich Atome prinzipiell in Form und Größe voneinander unterscheiden können, sie aber aus der selben Ursubstanz bestehen. An dieser Stelle sei gesagt, dass Demokrits Vorstellung der Atomistik nicht die einzige war. Auch der berühmte griechische Philosoph Platon entwickelte verwandte Ideen: Er war der Überzeugung, dass es nur 4 Arten von Atomen gibt und diese 4 Arten seien den 4 Elementen (Feuer, Wasser, Luft und Erde) zugeordnet. Darüber hinaus schrieb er diesen 4 Atomen ein ganz bestimmtes geometrisches Aussehen zu, das in der folgenden Tabelle abgebildet ist.

Symbolisierung der 4 Elemente
Feuer
(Atom in Form eines Tetraeders)
tbd Luft
(Atom in Form eines Oktaeders)
tbd
Wasser
(Atom in Form eines Ikosaeders)
tbd Erde
(Atom in Form eines Würfels)
tbd

Seit ihrer Entstehung hielten sich die Ideen der griechischen Atomistik über Jahrhunderte. Und das, obwohl diese Ideen rein philosophisch waren und man sie (noch) nicht überprüfen konnte. In Europa wurde die griechische Atomistik bis ins Mittelalter getragen - ohne wesentliche Weiterentwicklung. Ebenso fand sich das griechische Weltbild zum Aufbau der Welt auch in anderen Kulturkreisen außerhalb Europas. Trotz dieser großen Popularität und Verbreitung der antiken Atomistik waren die Vorstellungen ungeeignet, um tiefergreifende Fragen zu beantworten: Was ist zwischen den Atomen? Wie halten Atome zusammen? Sind es wirklich die kleinsten Bausteine? Diese Fragen beflügelten allerdings die moderneren Naturwissenschaften und in der nächsten Lektion blicken wir auf Atommodelle jenseits der Antike.